3,50 für Kamillentee? Darum ist Tee aus der Apotheke so teuer

Apotheken-FAQ

Manchmal glaubt man es nicht, was Apotheken so für Preise aufrufen. Ich habe zum Beispiel mal unfassbare 9 Euro 60 für ein ganz einfaches Deo bezahlt, nur weil ich im entscheidenden Moment nicht aufgepasst habe (und nicht noch zur Drogerie wollte). Ein weiteres Gebiet, wo man immer wieder geschockt ist, sind Preise für Tee. 29 Cent für 20 Teebeutel Pfefferminztee bei Aldi, und 4 Euro in der Apotheke. Krass.

Beim Tee ist es was anderes

Aber anders als beim Deo spricht trotzdem einiges dafür, die vier Euro in die Hand zu nehmen. Denn, und das ist ein grooooßer Unterschied, Teebeutel aus der Apotheke enthalten Heilpflanzen in sogenannter Arzneibuchqualität, also mit festgelegten Standards, was zum Beispiel den Wirkstoffgehalt angeht: Ganze Pfefferminzblätter müssen mindestens 1,2 Prozent ätherisches Pfefferminzöl enthalten, geschnittene Blätter 0,9 Prozent. Die Pflanzen werden also vor der Verarbeitung geprüft und gegebenenfalls so gemischt, dass der Mindestgehalt garantiert ist. Es darf auch nur die Mentha piperita (die Pfefferminze) verwendet werden. Mentha arvensis (die sogenannte Ackerminze) und andere Minzen sind nicht erlaubt. Und von der Pfefferminze wiederum nur die Blätter. Lebensmitteltees enthalten dagegen oft auch z.B. die billigen Stiele, in denen viel weniger ätherisches Öl steckt. In punkto Qualität und Wirksamkeit kann man Arzneitees mit denen aus dem Supermarkt also einfach nicht vergleichen. Tipp: Einige bewährte Arzneitees (nach sogenannten Standardzulassungen) gibt es auch im Drogeriemarkt, dort allerdings auch nicht für 29 Cent.

Lose, instant oder im Beutel: Was ist wann am besten?

Für TEEBEUTEL spricht, dass sie praktisch sind und jederzeit die richtige Dosis liefern.

Für LOSEN ARZNEITEE spricht vor allem bei Heilkräutern mit ätherischen Ölen (wie Kamille, Fenchel oder Pfefferminz), dass die Öle unter anderem in so genannten Drüsenhaaren stecken – und die gehen beim Zerkleinern der Heilpflanzen für die Beutelabfüllung kaputt. Und dann verdunstet das wohltuende Öl, bevor es im heißen Wasser ankommt. Nachteil: Er ist etwas mühsam in der Anwendung.

Und für INSTANTTEE spricht, dass er superpraktisch ist: einrühren und fertig – einfacher geht’s nicht. Außerdem werden die Inhaltsstoffe der verarbeiteten Pflanzen nicht einfach mit heißem Wasser in Eigenregie (also in der Teetasse) aus der Pflanze extrahiert. Sondern unter der Kontrolle eines pharmazeutischen Herstellers – meist mit einem Wasser-Alkohol-Gemisch, in dem sich viele Wirkstoffe besser lösen. Nachteil ist das oft zuckerhaltige Trägermaterial.

Zu Risiken und Nebenwirkungen schauen Sie in mein Impressum ( unter „Disclaimer“) und auf die Seite „Über mich und meine Website“.